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Themen: Digitalprojekt

Eine App entwickeln - was gut zu wissen ist

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“Ich möchte eine App entwickeln!“ – Aber wie?

2,6 Millionen Apps gab es im April 2019 allein im Google Play Store. Dazu kommen noch einmal rund 2 Millionen im App-Store von Apple – und beinahe täglich kommen neue dazu. Die App-Entwickler von heute geben Vollgas und bringen regelmäßig die neuesten Apps für jedes noch so kleine Problem auf den Markt. Aber um eine eigene App zu entwickeln, braucht es keine Superkräfte in Sachen Programmierung: jeder, der sich ein bisschen für das Thema interessiert und sich die Technologien der App-Entwicklung aneignet, kann das. Spezielle Plattformen wie AppYourself geben jedem die Möglichkeit, sich selbst einmal an einer App-Entwicklung zu versuchen.


Was sind Apps eigentlich?

Apps sind normale Computerprogramme, die statt auf einem Computer einfach auf einem mobilen Endgerät verwendet und ausgeführt werden. Diese greifen sowohl auf Sensorik als auch auf die Hardware des Gerätes zu. Apps müssen darauf ausgelegt werden auf einem kleinen oder großen Bildschirm zu funktionieren und sich an die jeweilige Bildschirmgröße anzupassen.

Was muss ich beim App entwickeln beachten?

App entwickeln – die Idee

Am Anfang steht die Idee: der richtige Beginn eines Projektes ist das, was zählt. Apps werden häufig nach der Benutzung vom Smartphone gelöscht. Daher bietet es sich an, eine App zu entwickeln, die sich auf ein oft auftretendes Problem oder Bedürfnis der Konsumenten konzentriert. Der Nutzen allein bestimmt, ob die App auf dem Smartphone bleibt oder nicht. Außerdem gilt wie so oft: Weniger ist mehr. Was braucht der Kunde wirklich – meistens sind das nur die wirklich nützlichen Funktionen und eine selbsterklärende Nutzerführung. Falls es bereits eine Anwendung zu einem ähnlichen oder sogar demselben Thema gibt, kann es hilfreich sein, diese Apps einmal selbst zu testen und das Verbesserungspotenzial zu finden. Im Anschluss daran beginnt die richtige Arbeit: man sollte sich einmal ausführlich Gedanken über die eigene Idee machen und sich Fragen stellen wie:

  • Was macht meine App besonders?
  • Wen möchte ich erreichen?
  • Wen gilt es zu überzeugen?
  • Welche Funktionen und Bestandteile sollen meine App haben?
Dabei kann Feedback von Freunden oder Familien sehr hilfreich sein – bestenfalls aus der gewählten Zielgruppe. Zudem können potenzielle Kunden befragt oder Expertenmeinungen eingeholt werden. Als letzten Schritt ist es wichtig bereits die Idee zu vermarkten, um zu schauen, wie das geplante Vorhaben überhaupt ankommt. Damit erhält man weiteren Input aus der Zielgruppe und spricht möglicherweise sogar Investoren an – ein optimaler Weg sich zu vernetzen und die Idee vorab publik zu machen.

App entwickeln – App als Einnahmequelle

Für die Kosten der Entwicklung einer App besteht ein großer Rahmen. Zu Gunsten der Nutzer und des Mehrwerts sollte dabei nicht an den wichtigen Funktionalitäten gespart werden, schließlich könnte dies im Nachhinein negative Auswirkungen auf die Nutzerzahlen haben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Entwicklungskosten zu refinanzieren und darüber hinaus sogar Geld mit der App zu verdienen. Generell ist es jedoch wichtig, dass bei der Auswahl auf ein stimmiges Gesamtkonzept geachtet wird, in das Thema, Inhalt, Zielgruppe und Refinanzierung mitreinspielen.

  1. Anzeigen: Banner, Display-Anzeigen oder Videos – heutzutage ist alles möglich. Um die Nutzer allerdings nicht zu verärgern, sollten die Anzeigen seriös gehalten werden.
  2. In-App-Käufe: Die Basisversion einer Anwendung bleibt kostenlos, für Erweiterungen müssen In-App-Käufe getätigt werden.
  3. Freemium: Die Spanne zwischen kostenloser und Premiumversion, wobei für zusätzliche Features oder Updates für den Nutzer Kosten anfallen. In-App-Käufe sind besonders beliebt, da App-Nutzer ungern Geld für etwas bezahlen, was im Vorfeld nicht getestet werden konnte.
  4. Affiliate-Netzwerke: App-Inhalte werden mit passenden Online-Shops verknüpft, die ähnliche
  5. Artikel zum Kauf anbieten. Dabei erfolgt die Abrechnung mittels Provision für die Vermittlung.
  6. Lizenzverträge: Sollte die entwickelte App-Idee eine für Unternehmen wertvolle Branchen-Lösung sein, lässt sich das Vertriebsmodell auf Lizenzverträgen aufbauen.
  7. White-Label: Dabei wird die App anderen Firmen zur Nutzung angeboten, die diese im eigenen Design auch anderen Kunden als hauseigene App anbieten.

App entwickeln – die App schützen lassen

In die Entwicklung einer App steckt man neben viel Herzblut auch ein hohes wirtschaftliches Risiko – schließlich ist es nicht gerade günstig eine App auf den Markt zu bringen. Apps zählen zu den Computerprogrammen und damit zum Ergebnis einer schöpferischen Leistung: diese fallen in Deutschland unter das Urheberrecht. Jedoch kann die Idee einer App nicht geschützt werden, es ist lediglich der Programmcode einer Anwendung der unter den Schutz des Urheberrechts fällt. Dieser Prozess ist allerdings zeitintensiv und kompliziert. Viele Entwickler fragen sich, welche anderen Möglichkeiten ihnen noch bleiben, eine Idee zu schützen. Beispielsweise könnte das Design oder der Namen so individuell gestaltet werden, dass es beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen werden kann. Die Voraussetzung dafür ist lediglich die Unterscheidungskraft zu anderen Marken.

Generell ist es so, dass eine gute Idee noch lange keine Garantie für Erfolg ist: es kommt auf die Umsetzung an. Für die Umsetzung einer App ist es außerdem von Vorteil, wenn bereits vorgefertigte Lösungen für bestimmte Funktionen bestehen, das reduziert sowohl Zeit als auch Kosten.


App entwickeln – Projektmanagement

Wie so oft ist das Thema Projektmanagement einer der entscheidenden Faktoren, ob ein Projekt scheitert oder nicht. Verschiedene Ansätze erschweren die Wahl nach dem richtigen.

  1. Wasserfall-Modell: Vor der Entwicklung werden alle Anforderungen an die App so detailliert wie möglich definiert bevor das Testing, Design und Entwicklung beginnen.
  2. Scrum: Lediglich die Hauptfunktionen werden festgelegt, dann wird bereits entwickelt. In diesem Verlauf erfolgt die Einschätzung der Aufwände und es entstehen neue Ideen für weitere Funktionen.
  3. Agiles Modell: Zu Beginn wird ein Maximalpreis festgelegt, der dann je nach Aufwand an die verschiedenen Funktionen aufgeteilt wird und bei Bedarf verändert wird.

App entwickeln – eine Zusammenfassung

Bevor man sich also dazu entschließt, eine App zu entwickeln, sollte man die Planung gut durchdenken. Von der Idee bis zur Refinanzierung nach der Veröffentlichung vergeht sehr viel Zeit. Damit die Entwicklung problemlos vonstattengehen kann, hier noch ein paar wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten.
  1. Plattform: iOS, Android, Windows Phone – das hängt von der Zielgruppe ab.
  2. Hybrid oder Native: Native Apps werden voll und ganz für die einzelnen Betriebssysteme entwickelt und nutzen so alle Eigenschaften komplett aus.  Bei hybriden Apps ist die Entwicklung dank nativer Entwicklung und HTML 5 einfacher und diese sind für diverse Plattformen nutzbar.
  3. Login: Sollte dieser notwendig sein – erfolgt der Login über E-Mail oder ein soziales Netzwerk?
  4. Teilen in sozialen Netzwerken: dadurch werden potenzielle Nutzer erreicht und auf die App aufmerksam, was positive Auswirkungen auf die Downloadzahl haben kann.
  5. Funktionen des Smartphones: Wird der Zugriff auf bestimmte Funktionen des Telefons, wie Kamera, Lokalisierung oder Kontaktdaten, benötigt?
  6. App-Design: Ist der Entwickler auch zuständig für das Design?
  7. Monetarisierung: Wie werden die Entwicklungskosten refinanziert und wie soll darüber hinaus Geld verdient werden?
Wie auch Sie das Projektmanagement bei der App-Entwicklung richtig angehen, weiß blindwerk – neue Medien. Im Erstgespräch ermitteln wir gerne zusammen mit Ihnen, welche Maßnahmen Sie dazu ergreifen sollten.
Veröffentlicht am: 25.04.2019